Religion an beruflichen Schulen...

Der VKR auf dem Katholikentag in Leipzig

Zu einem Gespräch über religiöse Bildung in der berufsbildenden Schule lud der VKR auf dem Katholikentag in Leipzig ein.

DSC 0102Birgit van Elten und Beate Denfeld führten zum Auftakt  ein Stammtischgespräch mit Argumenten und Gegenargumenten für den RUaBS vor und berichteten von ihren Erfahrungen in Nordrheinwestfalen und in Hessen. Professor Boschki vom KIBOR in Tübingen trug Statements von Schülerinnen und Schülern zum RUaBS vor und erläuterte die Bedingungen, unter denen der Unterricht wertvoll für sie sei: wenn er wirklich einen Bezug zur Religion habe und Kommunikation über den Glauben stattfinde, wenn er subjektbezogen sei und Orientierung gebe, wenn er einen Berufsbezug habe und gesellschaftsbezogen sei.

Dr. Rautenberg, Schulleiter an einem Berufskolleg der Caritas in Bautzen, nahezu einziger Lehrer für Katholische Religionslehre an einer berufsbildenden Schule im Bistum Dresden/Meißen, legte dar, wie er diese Aspekte in seinem Unterricht und an seiner Schule für Erzieherinnen und Erzieher konkret umsetzt. Nicht nur der Glaubensbezug, sondern auch der Gottesbezug ist für ihn elementar. Im Bistum Dresden/Meißen wurde der Religionsunterricht nach der Wende nach und nach in den Grund- und weiterführenden Schulen etabliert, außer an der Caritas-Schule in Bautzen jedoch nicht an  berufsbildenden Schulen. Das Zustandekommen von konfessionellen Lerngruppen an Schulen ist allerdings durch die geringe Anzahl von konfessionell gebundenen Schülerinnen und Schülern immer gefährdet. Die Diskussionsteilnehmer im Saal waren sich einig, dass der RUaBS eine hohe gesellschaftliche Relevanz hat, sprachen jedoch auch dem religionskundlichen Unterricht eine Bedeutung für die Werteerziehung, für die Sinnausrichtung und für die interreligiöse Kompetenz der Schülerinnen und Schüler nicht ab.

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Deutlich wurde, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse in den neuen Bundesländern bereits etwas von den Herausforderungen ahnen lassen, die auf den RUaBS in den alten Bundesländern zukommen werden, und dass das Gespräch zwischen West und Ost zukunftsweisende Perspektiven aufzeigen kann.

Birgit van Elten